HINWEIS an diese Stelle:

Dies ist ein Anonymer Beitrag zur Unterstützung von “Need A Paw” , es ist uns nicht gestattet Kontaktdaten oder Namen des Urhebers weiterzugeben.

~ Baxxter


Anonymer Erfahrungsbericht was Depression für mich bedeutet.

Stell dir vor es ist ein schöner sonniger Frühlingstag. Du bist ein 11-jähriger junger Mann, der gerade die Vorzüge der Liebe erkennt.

Dann bekommst du einen Anruf, deine Mutter ist plötzlich bei einem Autounfall verstorben. Dein Vater bekommt kurz danach Krebs und stirbt ein halbes Jahr später.

Plötzlich bist du Weise und wirst adoptiert.


Du denkst das man nach so einer Nachricht am Boden zerstört und tief traurig ist?

Bei mir war es anders, ich fühlte erstmal Garnichts. Ich stand unter Schock. Alles wurde grau um mich herum. Dann fühlte ich plötzlich alles. Wut, Hass das sie mich verlassen haben. Verzweiflung wer kümmert sich um mich. Ärger, warum musste das mir passieren?

Die kommenden Jahre waren voller schlechter Erfahrung, verzweifelter Suizidversuche und erfolglosen Therapien. Damit will ich dich Leser aber nicht langweilen, ich will dir erklären wie sich diese Depression für mich anfühlte.

Depression bedeutet für mich nicht, dass ich ständig traurig bin. Emotional Musik höre, weine und erzähle wie gemein alles ist.

Depression ist für mich, große Erfolge im Leben nicht mehr genießen zu können, weil eine Stimme immer sagt. „Du bist es nicht Wert, Du hast es nicht verdient“ und „Alle sind besser als du.“ Und ich fragte mich, „hat Sie recht“?


Depression ist für mich, dass ich an schönen warmen Sommertagen nicht das Haus verlassen kann. Meine Psyche foltert mich mit Migräne, Lustlosigkeit, Müdigkeit. Ich bin reizbar, wütend, überfordert. Also bleibe ich lieber allein im Bett.

Die Stimme in meinem Kopf sagte mir „die haben auch ohne dich spaß“. Und ich fragte mich, „hat Sie recht“?


Depression ist für mich, dass ich mein Geschirr gegen die Wand schmeiße, eine Vase durch die Wohnung werfe und alles kurz und klein schlagen will. Diese Wut, die einfach in mir aufsteigt, hat mich schon zu schlimmen Dingen gezwungen. Meistens weine ich danach über die schönen Dinge, die ich zerstört habe.

Dann ist plötzlich alles weg, es lief gut. Es ging mir blendend, scheinbar war ich geheilt. 10 Stunden später stehe ich auf einer Brücke und will springen.

Egal was man dir erzählt, es geht nicht ohne Therapie. Ich kann berichten das es nicht schön ist, aber es hilft dir.


Ich lernte wer diese stimme war, überraschender Weise mein traumatisiertes ich. Ich lernte zu verzeihen, mich zu verstehen aber auch Kontrolle zu üben, Verantwortung zu übernehmen und auch alleine zu leben.

An dieser Stelle geben die meisten auf, leben so weiter und bringen sich irgendwann um. Zeit heilt keine Wunden, Therapie tut es…

Es gibt für mich einen guten Grund diesen Beitrag zu schreiben, um aufzuklären. Um zu erklären wie sich eine Depression anfühlt. Ich hoffe du entwickelst mehr Verständnis und Mitgefühl für diese Menschen.